Wir über uns
Daten und Fakten zum Sozialpädagogischen Verein

Sozialpädagogischer Verein zur familienergänzenden Erziehung e.V.

Gründung und Zweck des Vereins


Der Sozialpädagogische Verein ist Träger von Krabbelstuben, Kinder- und Schülerläden. Er wurde 1979 von einer Elterngruppe zu diesem Zwecke gegründet. Die erste Einrichtung (1980) war eine Krabbelstube, die den studierenden und berufstätigen Eltern einerseits eine zuverlässige Betreuung bieten konnte, andererseits durch regelmäßige Eltern-, Koch- und Putzdienste  ein hohes Maß an Einsatz und Engagement von allen Eltern erforderte.

Während in den ersten Jahren der Vereinstätigkeit  der Schwerpunkt eindeutig auf der Gründung und Verwaltung von Einrichtungen für Kinder unter 3 Jahren lag - weitere Elterngruppen schlossen sich nach und nach an -  wurden mit dem wachsenden Alter der Kinder später Kinderläden und danach auch  Schülerläden aufgebaut. Verbunden war dies jeweils mit der Suche nach geeigneten neuen Räumlichkeiten und entsprechenden oft umfangreichen Umbauten.
 
 

Entstehung der Gruppen


In den Anfängen des Vereins entstanden alle Einrichtungen durch Elterninitiativgruppen. Mit Beginn des Sofortprogramms Kinderbetreuung durch die Stadt Frankfurt Anfang der 90er Jahre veränderte sich die Aufbaustruktur des Vereins. Nicht mehr nur in den klassischen Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Studenten und Akademikern sondern auch in Stadtteilen mit einem besonderen Bedarf wurden jetzt von Seiten der Geschäftsstelle Einrichtungen gegründet. In diesen Jahren verdoppelte sich die Anzahl der Gruppen im Verein. Der größte Schritt weg von der klassischen Elterninitiative kam im Februar 1992, als das erste Pilotprojekt „betriebsnahe Einrichtung“ in Frankfurt mit der Allianzversicherung und dem Sozialpädagogischen Verein im Kettenhofweg die Eröffnung feiern konnte. Als weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Vereins kann die Übernahme einer Kindertagesstätte (80 Plätze) am Deutschherrnufer im Rahmen einer Betriebsträgerschaft Ende 1999 gesehen werden. Die  nächste Herausforderung war der Aufbau eines Kinder- und Familienzentrums im Stadtteil Fechenheim. Eine Kita mit 100 Plätzen von 1-12 Jahren, die in enger Kooperation mit einer Familienbildungsstätte (hier das Frauengesundheitszentrum) arbeitet und das nach dem Modell der Early Excellence Centres in England die gesamte Familie im Blick hat (2006).  Wir hatten das Glück, direkt neben der Kita das ehemalige „Pfarrhaus“ anmieten zu können, so dass das Prinzip kurze Wege für die ratsuchenden Eltern und niedrigschwellige passgenaue Angebote gut erfüllt werden kann.

 

Anzahl der Plätze und Gruppenstruktur heute

Gesamtzahl der Einrichtungen: 82
Gesamtzahl der betreuten Kinder: etwa 2300

 

Standorte  

 

Gruppenstruktur


Typisch für den Sozialpädagogischen Verein ist aus der geschichtlichen Entwicklung die eingruppige Einrichtung, besonders gilt dies auch heute noch für einige Krabbelstuben und Kinderläden.
Eltern fanden sich zusammen, z.B. in Geburtsvorbereitungskursen, in der Nachbarschaft o.ä. und wollten ihre Kinder gemeinsam betreuen lassen. Kinder brauchen Kinder, aber auch Eltern brauchen Eltern war der Leitspruch. Dies gilt natürlich auch noch heute, wenn auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärker ins Blickfeld gerückt ist. Das zeigt sich z.B. auch in den verlängerten Öffnungszeiten. Mittlerweile gibt es aber auch bei uns mehrere zwei bis drei- gruppige Einrichtungen. Als große Stadtteileinrichtung heben sich die Kita am Deutschherrnufer mit vier Gruppen und das Kinder- und Familienzentrum in Fechenheim mit fünf Gruppen deutlich ab.

 

Gruppengröße


Die Gruppengröße ist abhängig vom Alter der Kinder und den vorhandenen Räumlichkeiten. In den Krabbelstuben werden 10 - 12 Kinder betreut. Die Gruppenstärke der Kinderläden liegt bei altersübergreifenden Einrichtungen etwa bei 18 Kindern und bei den 3 - 6 jährigen Kindern bei etwa 20. In einigen Schülerläden werden bis zu 25 Kinder in einer Gruppe betreut.

 

Pädagogische Konzepte


Alle Einrichtungen entwickeln ihr eigenes pädagogisches Konzept und fixieren es schriftlich. Es wird kontinuierlich an den sogenannten Konzeptionstagen überarbeitet und ist abhängig von der Größe der Einrichtung, dem Alter der betreuten Kinder, den Erziehern, den Eltern und den unterschiedlichen Rahmenbedingungen (wie z.B. beim Waldkindergarten).

In die Konzeption gehört neben der Beschreibung der Einrichtung der tägliche Ablauf vom Bringen und Abholen der Kinder über die Gestaltung des Tages, die Regeln der Kinder, Eltern und Bezugspersonen, besondere Aktivitäten wie Sport oder Musikangebote ebenso wie größere Projekte (z.B. Feste, Ausflüge, Freizeiten). Das Konzept wird von den beteiligten Personen entwickelt und getragen. Es kann auf Elternabenden, Teamsitzungen und Konzepttagen (bei Einrichtungen mit größeren Kindern auch durch deren Mitsprache) überprüft und verändert werden. Regelmäßige Elternabende, Elterneinzelgespräche und sog. Tür- und Angelgespräche zeigen den großen Wert, der auf die Elternarbeit gelegt wird.
Unterstützung in der pädagogischen Arbeit, in Personal- und Konzeptionsfragen, bei Organisations- und Konfliktbewältigung erhalten alle Teams durch die Teilnahme an monatlichen Supervisionssitzungen bzw. von der in der Geschäftsstelle ansässigen Fachberatung.

Der Fachberatung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Wir verstehen darunter neben Beratung und Supervision auch Fortbildung, Erfahrungsaustausch und Krisenintervention. Ziel ist die Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit unter Berücksichtigung der spezifischen Bedingungen der  unterschiedlichen Einrichtungen. Fachberatung soll u.a. gewährleisten, dass die großen Gestaltungsspielräume der Bezugspersonen mit dem nötigen Verantwortungsbewusstsein und der entsprechender Kompetenz wahrgenommen werden.
Durch telefonische und persönliche Gespräche stehen die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle in intensivem, regelmäßigem Kontakt mit den Bezugspersonen und den Elternvertretern der Einrichtungen.

Supervision wird grundsätzlich von freiberuflichen qualifizierten Fachkräften geleitet. Es gibt die Möglichkeit als Team eine Supervisionsgruppe zu bilden oder an größeren Supervisionskreisen mit anderen Gruppen teilzunehmen. Grundsätzlich wird die Teilnahme an einer Supervision allen Teammitgliedern dringend angeraten und vom Verein finanziert.

Regelmäßige Teamtage, jährliche Konzeptionstage und Fortbildungen, die verpflichtende Teilnahme an Arbeits- und Gesprächskreisen sollen vor „Betriebsblindheit“ schützen, eingefahrene Gewohnheiten hinterfragen und die notwendige Handlungskompetenz gewährleisten.

Die gemeinsame verantwortliche Leitung der Einrichtungen durch die Teams vor Ort   - in größeren Einrichtungen auch durch ganz oder teilweise freigestellte Leitungskräfte - die Übernahme von Organisations- und Verwaltungsaufgaben, die Fähigkeit, die Anforderungen der täglichen Arbeit zu reflektieren und weiter zu entwickeln, sind als Schwerpunkte neben der täglichen pädagogischen Arbeit mit den Kindern zu sehen.

 

Pädagogische Ziele


Kindern Platz und Raum zu geben, ein anregungsreiches Umfeld innerhalb und außerhalb der Kita zu schaffen, zählt zu den Grundprinzipien unserer Arbeit. 
Die Kinder sollen soziale, emotionale und kognitive Fähigkeiten erlangen und auf ein Leben in einer sich ständig verändernden Welt vorbereitet werden. Ausgehend von der realen Situation innerhalb der Gruppe (spezielle Fertigkeiten, Interessen, Ängste der Kinder) werden die Tagesabläufe gestaltet und Angebote geplant, die sowohl die Individualität als auch den Gemeinschaftssinn unterstützen und entwickeln. Handlungsfähigkeit und Selbstständigkeit werden durch vielfältige Erfahrungs- und  Bewegungsräume ermöglicht, die Phantasie und Kreativität der Kinder angeregt.
Die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit und die Stärkung der Beziehungsfähigkeit sollen die Grundlagen für Wertschätzung, Akzeptanz und Toleranz gegenüber Mitmenschen und Umwelt bilden.

 

Organisatorisches Konzept


Jede Einrichtung arbeitet inhaltlich selbstständig, dennoch gibt der Verein Strukturen und Regeln vor. Die Teams erstellen die Dienstpläne, die Urlaubs- und Vertretungspläne. Sie übernehmen die Führung der Handkasse, die Anmeldung der Kinder, planen die jährlichen Schließungszeiten, stehen im engen Austausch mit dem Träger.  Sie pflegen den Kontakt zum Stadtteil, nehmen an Planungs- und Abstimmungsgesprächen, Arbeitsgruppen und Gesprächskreisen teil. Für die Gestaltung der Räume und die sorgfältige Behandlung der Einrichtung sind sie zuständig. Bei der Einstellung von Kolleginnen und Praktikantinnen haben sie Mitspracherechte.
 

Wirtschaftliche Grundlagen


Die Einrichtungen des Vereins werden mittels öffentlicher Zuschüsse und Elternbeiträge finanziert. Dazu gehören die Betriebskostenzuschüsse der Stadt Frankfurt, die Mittel des Landes Hessens, Kostenübernahmen des Jugendamtes und die Entgelte der Eltern sowie Spenden und Sponsoring.

Der Verein ist Vertragspartner für die Eltern, Vermieter und die Arbeitnehmerinnen. Er ist ebenso Antragssteller für die öffentlichen Gelder und Zuschüsse. Für die Einhaltung der Verträge und die ordnungsgemäße Verwendung der Gelder muss er einstehen. Daraus resultiert die Verpflichtung, professionelle Verwaltungsarbeit zu leisten.

Im Laufe der Jahre hat sich die innere und äußere Struktur der Sozialpädagogischen Vereins kontinuierlich weiter entwickelt. Er verfügt heute über eine gut funktionierende Verwaltung und verbindet professionelle Organisation mit dem Grundgedanken der Elterninitiative.
Die Bedürfnisse von Eltern und Kindern ernst zu nehmen, ihnen im Austausch neue Erfahrungen zu ermöglichen, Entlastung zu bieten, Solidarität zu fördern, gehört zu unserer Vereinsphilosophie. Eltern werden aktiv, gleichberechtigt und respektvoll in die Erziehungs- und Bildungsprozesse der Kinder einbezogen.


Elisabeth Strüber
September 2013